Die Sanierung eines über 550-jährigen Gebäudes ist keine alltägliche Angelegenheit. Mike Weber, Architekt und Mitglied der Baukommission IG Rössli spricht über die Herausforderungen, die Baumassnahmen sowie die Nutzung der Appartements.


Mike, was sind deine Aufgaben in der Baukommission?

Das Gasthaus zum weissen Rössli soll auch in Zukunft einen angenehmen Treffpunkt in der Bevölkerung und in der Umgebung sein. Dafür muss das ehrwürdige Gebäude erneuert werden. Um die Nutzung des Gasthauses zu erweitern, sollen zudem 11 Appartements entstehen. Als Architekt plane und budgetiere ich den Umbau und stelle sicher, dass das Rössli im Jahr 2020 qualitativ saniert und erweitert wird. In der Baukommission tausche ich mich mit dem Vorstand und den restlichen Mitgliedern der Kommission regelmässig aus und sorge für eine breit abgestützte und robuste Planung.

Das Gasthaus zum Rössli bringt eine über 550-jährige Geschichte mit sich. Was sind besondere Herausforderungen, die dich in der Planung beschäftigten?

Das Rössli gehört wie die Kirche zum Dorf. Das Gebäude ist denkmalgeschützt. Bei der Planung können wir somit nicht auf der grünen Wiese starten. Es gilt, den bisherigen Charakter des Rösslis zu erhalten und trotzdem die Chancen einer zeitgemässen Sanierung und des Umbaus zu nutzen. Damit sind selbstverständlich auch viele Abklärungen mit der Denkmalpflege und dem Bauamt verbunden. Umso erfreulicher, dass wir hier auf einem guten Weg sind und die Baubewilligung voraussichtlich im Frühling erhalten werden.

Was sind die Ziele der Sanierung?

Mit der Sanierung und der Erweiterung sollen verschiedene Vorteile erreicht werden. Durch die Erneuerung der Gebäudehülle und der Haustechnik können wir die Energieeffizienz nachhaltig verbessern. Für die Gäste schafft der Umbau eine angenehmere Atmosphäre: Das Klima wird verbessert, Sanitäranlagen modernisiert und durch den Einbau eines Lifts die Zugänglichkeit erhöht.

Im oberen Teil des Gebäudes sollen 11 Appartements entstehen.
Welche Nutzungen sind hier geplant?

Die Appartements ermöglichen es, die Mieteinkünfte zu differenzieren und zusätzliche Nutzungen zu schaffen. Aus verschiedenen Gesprächen haben wir erfahren, dass in Mettmenstetten resp. im Säuliamt ein grosses Bedürfnis nach zentralen und gut erschlossenen Einzimmerappartements besteht. Dazu zählen zum Beispiel Firmen aus dem Dorf oder auch aus dem Kanton Zug, die für ihre Mitarbeiter eine Wohngelegenheit suchen.

Die Appartements können sowohl für die Lang- oder Kurzzeitmiete oder auch für einen Hotelbetrieb genutzt werden. Die Nutzungsformen hängen schlussendlich auch vom zukünftigen Pächter und seinem Nutzungskonzept ab. Weiter ist es teilweise möglich, zwei Einheiten zusammenzulegen und als Zweizimmerwohnung zu vermieten.

Am Dialoganlass wurden auch Ideen für weitere Nutzungsformen wie zum Beispiel betreutes Wohnen eingebracht. Diese Ideen unterstützen wir und sind für Gespräche offen.

Mike Weber
«Mit der Sanierung und dem Umbau des Rösslis schaffen wir die Basis für die Rössli-Zukunft. Durch die Modernisierung steigern wir die Energieeffizienz und den Komfort für unsere Gäste sowie zukünftige Mieter.»
Mike Weber, Mitglied Baukommission / Architekt

Das Thema Lärm und Geschmacksentwicklung in den Appartements wurde ebenfalls am Dialoganlass erwähnt.

Ein aus unserer Sicht sehr wichtiges Thema, das wir bei der Planung vertieft berücksichtigen. Um die Geschmacksentwicklung so klein wie möglich zu halten, setzen wir auf modernste Planungen und Technologien sowie bewährte Erfahrungen und Umsetzungen wie beispielsweise eine Komfortlüftung. Zusätzlich werden die Trennwände und -böden abgedichtet, damit es keine Geschmacksübertragungen geben kann. Beim Thema Lärm kommen verschiedene Massnahmen zum Einsatz. Einerseits müssen wir die gesetzlichen Vorgaben an den Schallschutz zwischen den verschiedenen Nutzungseinheiten erfüllen, andererseits sind auch Verbesserungen der Raumakustik im Saal notwendig. Damit können wir die Emissionen stark reduzieren und sowohl die Qualität in den Appartements als auch in den Gästezonen deutlich verbessern.

Wie sieht das weitere Vorgehen aus?

Aktuell sind wir an der Fertigstellung der Baueingabe. Hierzu zählen auch diverse Gespräche mit der Denkmalpflege, der Gemeinde und der Eigentümerin. Die Baubewilligung wird voraussichtlich im März 2020 erfolgen. In der Zwischenzeit erfolgt die Evaluation einer Bauführung, die detaillierte Kostenplanung und die Vorbereitungen für den geplanten Baustart im Sommer 2020. Dabei ist zu erwähnen, dass der Bau nur bei erfolgreicher Finanzierung erfolgen kann. Ziel ist es deshalb, das benötige Genossenschaftskapital von 2 Millionen bis im Frühling zu erreichen.

Vielen Dank für das Interview.

Mit der Gründung der Genossenschaft soll die Liegenschaft des Rösslis erhalten, saniert und in eine neue Trägerschaft überführt werden. Erfahren Sie mehr über das Vorhaben, den Zeitplan und die Finanzierung.

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